Wieso, weshalb warum… wer nicht richtig fragt bleibt dumm!
Frage: Warum haben Wenige zu viel und immer mehr zu wenig?
Antwort: Das ist ja so, dass das gewachsene Strukturen sind. Dieses Verhältnis werden wir nicht so einfach auflösen können, da müssen wir sukzessive Maßnahmen entwickeln und die Stukturen genau betrachten.
So oder so ähnlich klingen Politikerinterviews heute oft: Eine gute Frage gefolgt von einer Aussage, die zu kurz greift, um etwas zu sein, was einer Antwort auch nur nahe käme. Nebulös und gallertartig wird jedes Durchscheinen einer Haltung vermieden, die man hinterfragen könnte oder rechtfertigen müsste.
Politik unterliegt dem Paradigma der schnellen Antwort. Ein Politiker, der bei Anne will sitzt, darf nicht sagen: “Das weiß ich nicht”. Und weil ein Politiker heute am Tag ca. 30 Antworten auf Fragen geben muss , die sich zwischen den Themen Gesundheitsversicherung und Straßenbau in Oberschwenningen bewegen, können die Antworten gedanklich wohl nicht weiter fassen als der Arm reicht.
Aber das was dann rauskommt. Das ist eben keine Antwort, es hinterlässt unbefriedigt. Es ist, als würde man sich mich mit Hunger und Appetit an den Tisch setzen und dann einen Batzen Mumpe vorgesetzt bekommen: Es schmeckt irgendwie, füllt den Magen mit irgendwas und nach zwei Stunden hat man wieder Hunger.
Politik muss das Denken wieder lernen, dass denken an die Geschichte, mit der man erzählt, wofür man Vertrauen möchte. Und Politiker müssen das Sprechen wieder lernen, das sprechen einer nicht gallertartigen Sprache. Das nutzen einer Sprache, die ehrlich benennt und begreiflich macht, was man will.
Aber dazu müssen Politiker sich die Frage beantworten, was sie wollen. Die Antwort werden sie nicht in zwei Minuten finden.


