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</description><title>Ungefragte-Antworten</title><generator>Tumblr (3.0; @fison)</generator><link>http://ungefragte-antworten.de/</link><item><title>Twitter auf der Regierungsbank, eine Augenklappe für die Kanzlerin!</title><description>&lt;p&gt;&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_m47wmpYtNF1qzxh93.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;Die Kanzlerin ist strategisch so gerissen wie sie inhaltlich frei von Überzeugungen ist. Sie hält ihren Kopf nicht in den Wind. Frau Merkel mag keine Bewegung. Sie mag stetig eine schleichende Festigung ihrer Macht. Sie übernimmt Themen, wenn zu gesellschaftlichen Trends werden, schleift ihnen die progressiven Ecken ab und macht sie so, auch in konservativeren Kreisen der Mitte, konsensfähig. Den Instinkt für derartige Strömungen hat sie es beim Betreuungsgeld, der Energiewende und jüngst beim Mindestlohn unter Beweis gestellt. Forderungen, die die politische Konkurrenz  mit gesellschaftlicher Unterstützung an sie zu stellen droht, laufen so einfach ins Leere. Denn die Kanzlerin ist vor Ort, ehe sich ein Bündnis gebildet und eine Initiative geformt hat, um ein Thema zu besetzen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;Jetzt wo die Piraten in Stadt und Land auf dem Vormarsch sind, erkennt Merkel, dass die Menschen nach echten Menschen lechzen; nach Politikern, die menschlich sind, die eine Meinung haben oder mindestens ein Gefühl.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;2011 entdeckte der Merkel nahestehende Peter Altmeier Twitter für sich. Fortan spielte der designierte Umweltminister mit Freund und Feind Kommunikations-Ping-Pong im Internet. Man unterhielt sich mit Politikern und Interessierten auf Augenhöhe, kabbelte und flauschte sich ein bisschen. „Vielleicht ist die Union ja doch nicht so trocken und uncool wie man meinen mag“, dachte mancher, „Wenn schon ein vom Habitus so wenig cooler Mensch der Union so kommunizieren kann.“ Und tatsächlich ist Altmeier einer der was Aushält, der den Diskurs und die Debatte sucht. Und so war es Christ-Pirat Altmeier, der dann auch am Tag nach dem Seehoferschen Aussetzer diesen, vor der Presse, zu einem&lt;a href="http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article2277802/Norbert-Roettgen-hat-einen-ganz-grossen-Fehler-gemacht.html" target="_blank"&gt;&lt;span class="s2"&gt; Versuch umdeutete, Transparenz zu schaffen.&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;  Einen Tag weiter entließ Merkel ungewohnt eindeutig ihren einstigen Ziehsohn Röttgen und machte Altmeier zum Chef des Energiewendeprozesses. Damit wurde nicht nur ein originär grünes Thema zur Chefsache der Kanzlerin erklärt, darüber hinaus holte sie auch moderne Onlinekommunikation in Person Altmeiers ins Kabinett. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;Peter Altmeier wird nun also Umweltminister und Merkel hofft wohl, dass die 8-13 Prozent, die sich nach piratigem Lebensgefühl, nach Transparenz und Menschlichkeit sehnen, dass diese ein bisschen Augenklappe und Authentizität, eine Prise Menschlichkeit und Diskursfreude auf der Regierungsbank entdecken.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p2"&gt;&lt;span class="s1"&gt;&lt;/span&gt;Foto under cc by &lt;a href="http://www.flickr.com/photos/giesenbauer/" title="Link zu Flickr" target="_blank"&gt;giesenbauer on Flickr&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/23286902283</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/23286902283</guid><pubDate>Fri, 18 May 2012 08:14:48 -0400</pubDate></item><item><title>Keine Haltung darf keine Stimmen kriegen!</title><description>&lt;p&gt;&lt;span&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_m3yij5T08o1qzxh93.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;Beim Angucken des Podcasts der Kanzlerin, wird in mir der Wunsch groß in den Monitor zu greifen und die Merkel zu schütteln. Ist in dieser Frau noch Leben drin? Wie kann man nur so unfassbar unbewegend sein? Da tut sich nichts. Als ob man ein minimalbewegtes Standbild mit einer monochrom klingenden Tonspur unterlegt; Ein Grundrauschen politischer Allgemeinplätze. So desinteressiert an Menschen darf die &lt;/span&gt;&lt;span class="text_exposed_show"&gt;wichtigste Volksvertreterin nicht faseln. Wer fühlt sich denn dadurch vertreten? Vielmehr fühlt sich mein Hirn getreten, weil es ständig unterschätzt wird; als seien wir alle zu doof. Was die Merkel da redet schafft es nicht die Relevanzschwelle zwischen Ohr und Hirn zu überwinden. Da ist jede Sekunde ein Aufruf dafür, sich nicht für Politik zu interessieren. &lt;br/&gt;Hier in Berlin kann man sich nur wünschen, dass NRW den Röttgen mit einer klaren Botschaft zurückschickt: Wer keine Haltung hat, bekommt auch keine Stimmen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/22962812950</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/22962812950</guid><pubDate>Sun, 13 May 2012 06:32:00 -0400</pubDate><category>Politik</category><category>Merkel</category><category>langweilig</category><category>monochrom</category></item><item><title>Wie das klingt, zu zweit allein.</title><description>&lt;p&gt;&lt;p class="p1"&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_m3rwki0JPn1qzxh93.jpg"/&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Manchmal möchte man ganz für sich sein. Zu zweit. Die Welt draußen lassen, sich die Decke über den Kopf ziehen und im Flüsterton miteinander sprechen. Man würde am Liebsten ein wenig der Stimmung in ein kleines Glas mit Drehverschluss füllen. Wenn dann die Welt um einen herum rattert, alles laut und unruhig ist, dann könnte man das Glas öffnen und es röche wieder nach Ruhe und nach zu Zweit allein sein. Vielleicht würde es auch leise Summen im Glas, ja es würde sicher summen. So wie es in dem Moment unter der Decke gesummt hat, als  man ganz allein zu zweit war und da kein Blatt Papier zwischen passte zwischen zwei Menschen und ihre Träume. &lt;a href="http://soundcloud.com/the-jingle-jangle-morning/follow-me-down" title="Link Soundcloud" target="_blank"&gt;So würde das klingen &lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Foto under cc by &lt;a href="http://www.flickr.com/photos/tdeluxe/3535648232/sizes/m/in/photostream/" title="Link Flickr" target="_blank"&gt;tristesse deluxe&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/22733092461</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/22733092461</guid><pubDate>Wed, 09 May 2012 16:51:42 -0400</pubDate></item><item><title>Erst wenn die letzte Behauptung verklungen und der letzte Präsident zurückgetreten ist, werdet ihr begreifen, dass es keine Kandidaten mehr gibt.</title><description>&lt;p&gt;&lt;p class="p1"&gt;Seit zwei Tagen ist jetzt zu beobachten, wie sich Multiplikatoren und solche, die es werden wollen, aufschaukeln, aufschaukeln am Kandidaten Joachim Gauck, &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/integration-gauck-attestiert-sarrazin-mut/3685052.html" target="_blank"&gt;&lt;span class="s2"&gt;der mal was zu Sarrazin gesagt &lt;/span&gt;&lt;/a&gt;hat und &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,792098,00.html" target="_blank"&gt;&lt;span class="s2"&gt;zur Macht der Märkte&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; und zu &lt;a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/7931/kandidat-der-herzen-ein-theologe-der-herzlosigkeit" target="_blank"&gt;&lt;span class="s2"&gt;Hartz IV&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; und sicher auch noch zu vielen anderen Themen, die &lt;a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2012-02-21/der-boese-gauck-und-das-netz" target="_blank"&gt;&lt;span class="s2"&gt;nicht eben auf Zuspruch&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; stoßen. &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt; Es ist wünschenswert und mehr als legitim, dass sich Bürger mit ihrem Staatsoberhaupt auseinandersetzen, es hinterfragen und auch kritisieren. Aber die Debatte, die sich unter dem Schlagwort #&lt;a href="http://archivist.visitmix.com/6408e264/1" target="_blank"&gt;&lt;span class="s2"&gt;notmypresident&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; auf Twitter seit gestern herausgebildet hat und die Beiträge, die auf Facebook zu lesen sind, haben oft nicht viel mit kritischer Reflexion zu tun, sondern sind vielfach nur das stumpfe Wiederkäuen alter Vorwürfe, die irgendwer irgendwann aus dem Zusammenhang gerissen hat. Die Aussagen müssen in ihrem Kontext gesehen und diskutiert werden, das ist dann eine veritable Diskussionsgrundlage. Das Netz zeigt aber derzeit, was es am besten kann: Aufschaukelung. Wenn die richtigen Knoten kräftig auf eine Stelle trommeln, dann beginnt es zu schwingen. Und eine Kommunikationskultur wie die auf Twitter oder Facebook, die die Verkürzung gewohnt ist, scheint zu vergessen, dass nicht jede Aussage – schon gar nicht jede politische – in 140 Zeichen passt. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;Die Lehre, die Gauck langfristig für seine Amtsführung daraus ziehen sollte: Er sollte ein Team aufbauen, das ihm solche Aufschaukelungen berichtet, damit er sie wahr- und mitnimmt und in seine Reden und seine Agenda einflechten kann. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;Kurzfristig ist zu hoffen, dass das Netz oder besser die Akteure, die sich in ihm bewegen, abwarten und zuhören, was der Präsident zu sagen hat, wenn er erst mal Präsident ist. Sonst könnte er irgendwann rufen: #nichtmeinVolk. Dann stünden wir doof da, mit dicken Backen und das zu Recht.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;Denn neben den vielen Pflichten, die ein Präsident hat, hat er vor allem auch ein Recht! Ein Recht darauf, dass ihm die Menschen zuhören; länger als 140 Zeichen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p2"&gt;&lt;span class="s1"&gt; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/18023681315</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/18023681315</guid><pubDate>Tue, 21 Feb 2012 15:16:00 -0500</pubDate><category>Gauck</category><category>notmypresident</category><category>mypresident</category><category>Präsident</category><category>Parteien</category><category>Politik</category></item><item><title>Aus dem Leben eines Schmerzensmanns </title><description>&lt;p&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lyx59bF2iF1qzxh93.png"/&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Meine Schulter an der kalten Wand gelehnt, sehe ich wie sie sich amüsiert. Sie tanzt nun schon seit einer Stunde. Sie tanzt zu Musik, die wir beide nicht mögen; zumindest hat sie immer gesagt, dass sie sie auch nicht mag. Sie tanzt und wirft die Haare durch die Luft, ihre nicht mal schulterlangen Haare sind mittlerweile ganz verschwitzt. Und das bunte Licht spiegelt sich auf ihrer verschwitzten Stirn. Sie hat Spaß und ich hänge hier fest.&lt;!-- more --&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eigentlich hatte ich gehofft, dass wir diesen Abend gemeinsam verbringen. Dass wir ein paar Bier trinken und reden und dass ich ihr dann irgendwann sagen würde, dass ich mir wünschte neben ihr aufzuwachen. Ich hatte das wirklich vor; heute Abend wollte ich  endlich sagen, dass ich immer an sie denke. Und nun tanzt sie, seit mindestens acht oder neun Liedern schon. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie festgeklebt lehne ich hier an der Wand und kann weder vor noch zurück, ohne mein Gesicht zu verlieren. Denn tanzte ich mit, würde ich unglaubwürdig! Ich habe doch immer behauptet, Madonna und George Michael zu hassen. Und wer konnte denn ahnen, dass sie hier das Programm ändern und heute &amp;#8220;Neunzigermusik&amp;#8221; spielen. Ich meine ich hätte schon getanzt, um des Tanzens willen. Aber jetzt ist es zu spät. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jetzt stehe ich hier, schaue ihr zu und hebe grüßend mein Kinn, wenn sich ihr Blick mit meinem kreuzt. Zweimal hat sie schon mit den Lippen &amp;#8220;Komm&amp;#8221; geformt und dabei den  Finger lockend gebeugt, um mich auf die Tanzfläche zu locken. Ich habe cool zu schauen versucht, den einen Mundwinkel hochgezogen und den Kopf geschüttelt. Warum habe ich den Kopf geschüttelt. Warum habe ich nicht einfach mein Hirn ausgeschaltet, warum war ich nicht einfach inkonsequent. Ich hätte nur das Kreuz durchdrücken müsse, um zwei Schritte auf die Tanzfläche zu machen.&lt;br/&gt;Vielleicht hätten wir dann miteinander getanzt, uns dabei angelacht und wenn wir uns noch was zu trinken an der Theke geholt hätten, dann hätte sie mich einfach geküsst, vielleicht. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stattdessen stehe ich jetzt hier, lehne an der Wand und sehe ihr zu. Sie hat einfach Spaß und wir sind nicht mehr zusammen hier. Sie ist hier und vergisst, was morgen ist und ich denke nur daran, wie ich es schaffe morgen mit ihr zu frühstücken. &lt;br/&gt;Wenn ich hier warte, bis sie müde ist und wir dann zusammen nach Hause gehen, kann ich sie vielleicht fragen ob wir zusammen frühstücken gehen wollen. In dem kleinen Café an der Ecke, wo es diesen Tisch gibt, an dem man nah am Ofen sitzt -wo es warm ist- und gleichzeitig nicht so mitten im Raum, dass einem jeder zuhören kann. Das wäre schön, wenn wir dort morgen säßen und frühstückten. &lt;br/&gt;Ich hoffe, dass ich das fragen kann, wenn wir vielleicht nachher zusammen den Berg nach Hause hinaufgehen, bis zu der Ecke an der sie immer nach links und ich dann nach rechts gehe. Aber jetzt, jetzt stehe ich erstmal hier und muss warten bis sie müde wird.     &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Damit ihr mal wisst wie das ist, wenn man gefangen ist. Gefangen in den Wünschen, die man sich nicht auszusprechen wagt.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;Foto: Flickr under CC by &lt;a href="http://www.flickr.com/photos/tobi_digital/4373636740/sizes/z/in/photostream/" title="Flickr Link" target="_blank"&gt;Tobi_digital&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/17087536231</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/17087536231</guid><pubDate>Sun, 05 Feb 2012 07:09:00 -0500</pubDate><category>Schmerzensmänner</category><category>Geschlechterrollen</category><category>Unentschlossen</category><category>Hirnstrom</category></item><item><title>Von Strickjacken und Bankenprotesten  </title><description>&lt;p&gt;&lt;p class="p1"&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lybbpaTTIA1qzxh93.jpg"/&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;In den Feuilletons und Blogs findet gerade –Online wie Offline&lt;/span&gt;&lt;span class="s2"&gt;–&lt;/span&gt;&lt;span class="s1"&gt; eine Debatte um den „&lt;a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,810406,00.html" target="_blank"&gt;&lt;span class="s3"&gt;modernen Mann&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;“, den „&lt;a href="http://www.zeit.de/2012/02/Maenner/komplettansicht" target="_blank"&gt;&lt;span class="s3"&gt;Schmerzensmann&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;“ oder, um es allgemeiner zu fassen um &lt;span class="s3"&gt;&lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geschlechterrollen-im-wandel-kuessen-kann-man-nicht-alleine-11610870.html" target="_blank"&gt;Geschlechterrollen&lt;/a&gt;, &lt;/span&gt;statt. &lt;br/&gt; In den Artikeln und Kommentaren geht es um zunehmend emotionalere Männer, die sich ihrer Gefühle bewusst werden, die diesen Ausdruck verleihen, um Männer, die sich in Leben mit reflektiertem Ich hineinzufinden versuchen. Die Autorinnen und Autoren (es sind mehrheitlich Frauen)  beleuchten  –häufig zynisch mit der Zunge schnalzend– Männer, die auf der Suche nach ihrer Rolle &lt;em&gt;strickjackentragend&lt;/em&gt; und humorlos zu scheitern drohen. &lt;!-- more --&gt;&lt;br/&gt; Der eine Teil begrüßt den neuen Mann mit offenen Armen, schließt ihn in dieselben und freut sich, endlich emotional auf Augenhöhe zu kommunizieren und die gleichen Konzerte und Filme anschauen und Bücher lesen zu können.&lt;br/&gt; Der andere Teil ist genervt, sehnt sich bei Männern nach Ironie und Selbstbewusstsein, nach der starken Schulter und dem entschlossenen Sprung, über die Barriere zwischen platonischer und körperlicher Nähe. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;Mit etwas Abstand betrachtet lässt sich feststellen, dass Einigkeit darüber besteht, dass Männer insgesamt eine Bewegung zu Emotionalität vollziehen. Die Frau als alleinige Verwalterin der Werte Emotionen und Zwischenmenschlichkeit verschwindet. Der Satz &amp;#8220;besprich das mal mit Mama&amp;#8221; fällt&lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/maennergefuehle-es-geht-um-echtheit-11597137.html" target="_blank"&gt; immer seltener aus dem Mund junger Väter&lt;/a&gt;. Es gibt offensichtlich einen gemeinsamen Wunsch nach Menschlichkeit, Nähe, Selbstfindung und Verwirklichung.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;Interessant wird diese Beobachtung, wenn man sie in einen Zusammenhang mit den so genannten &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Occupy_movement" target="_blank"&gt;&lt;span class="s3"&gt;Occupy-Bewegungen&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; stellt, die sich seit dem Herbst 2011 auf der ganzen Welt gebildet haben. In ihr versammeln sich Menschen, die zuallererst friedlich gegen die Macht der Banken demonstrieren. Sie haben wenig konkrete Forderungen, sondern verleihen einem Gefühl von massivem Unmut Ausdruck. Sie protestieren gegen Wirtschaft und Politik, die nicht mehr als erstes der Gesellschaft und den in ihr lebenden Menschen dient. In den Augen der „Occupisten“ werden prioritär die Bedürfnisse der wenigen befriedigt, die einen Großteil des wirtschaftlichen und politischen Einflusses auf sich vereinen. Den Menschen dieser Bewegungen ist gemein, dass sie eine Wirtschaft wollen, die den Menschen dient. Eine Wirtschaft und eine Politik, die dazu beiträgt Rahmenbedingungen zu schaffen in denen Menschen eine selbstbestimmtes Leben führen können.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;Wenn man nun also das Streben dieser Bewegungen als ein Streben nach mehr Menschlichkeit, nach mehr-Mensch-sein-dürfen und wieder-Mensch-sein-können versteht, dann erscheint an dieser Stelle ein Schnittpunkt in den Zielen der Occupy-Bewegung und der Sehnsucht junger Männer und Frauen, nicht nur einer Rolle zu dienen, sondern sich selbst finden zu dürfen und finden zu können. &lt;br/&gt; Es ist, so scheint es, der Wunsch nach so etwas wie Wärme, nach Menschlichkeit, die in den kalten Jahrzehnten der Herrschaft des Effzienz-Paradigmas verdrängt worden ist. Einer Menschlichkeit, die nicht zählbar ist, der man eben nicht mit Wachstum oder Rendite an den Börsen Ausdruck verleihen kann. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;&lt;span class="s1"&gt;Wenn die hier aufgezeigten Debatten und Bewegungen tatsächlich Ausdruck einer schwelenden Sehnsucht nach menschlichen Werten sind, dann ist es an Politikern Werte  wie Solidarität, Rücksicht und Gemeinschaft wieder mehr in das Zentrum politischer Überlegungen zu stellen. Und sie täten vermutlich gut daran, denn die handelnden Akteure in ihren politischen Arenen haben ein Problem der Akzeptanz ihres Handelns und ihrer Ziele. Die Debatten, die sie führen bewegen wenige und lösen weder Zuspruch noch reflektierten Widerspruch aus. &lt;br/&gt;Es wäre demnach wünschenswert, wenn sich die Damen und Herren in den grauen Anzügen auf die Suche begeben würden; auf die Suche nach den Werten in ihren Agenden. Wenn sie das Herz in die Hand nähmen und &lt;/span&gt;&lt;span class="s1"&gt;anfingen über die Verwirklichung dieser Werte mit und durch Politik nachzudenken&lt;/span&gt;. &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Bild cc by: &lt;a href="http://www.flickr.com/photos/ennuiislife/4802648010/sizes/m/in/photostream/" title="Link zu Flickr" target="_blank"&gt;kate.gardiner&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/16412510894</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/16412510894</guid><pubDate>Tue, 24 Jan 2012 12:11:18 -0500</pubDate></item><item><title>Vorwärtshadern </title><description>&lt;p&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lxszvjMCSx1qzxh93.jpg"/&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Es könnte so einfach sein. Wir könnten sekttrinkend durch Straßen schlendern und lächelnd die Beine von Brücken baumeln lassen. Machen tun wir jungen Männer das eher selten. Zumindest tun wir das zu selten. Denn die Leichtigkeit des Beinebaumelns kann man nicht zu oft genießen. Gerne würden wir jeden Tag besondere Momente mit besonderen Menschen teilen und genießen, aber diese Leichtigkeit gibt es nicht im Überfluss, und es gab sie wohl auch nie.   &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Wir jungen Männer scheinen aber heute wohl den Eindruck zu machen, wir seien gehemmt und zögernd und nachdenklich und irgendwie in uns verloren. Wir wüssten nicht zu genießen, hätten Angst, uns hinzugeben. So skizziert Nina Pauer die so genannten “&lt;a href="http://www.zeit.de/2012/02/Maenner" target="_blank"&gt;&lt;span class="s1"&gt;Schmerzensmänner&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;” in einem ZEIT-Artikel. Wir hätten uns in der eigenen “Metaebene verheddert” und seien nicht mehr in der Lage, davon herunterzukommen. &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Und sicher beschäftigen wir uns mehr denn je mit uns. Unser emotionales Universum bietet mehr als Wut und Freude. Und unsere Lebensziele beschränken sich eben nicht allein auf Wohlstand und Wirtschaftswachstum, den Kegelverein und das Hochbeet im eigenen Vorgarten. &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Wir versuchen, einen und vielmehr unseren Platz in einer vielfältigen Welt zu finden. Die Multioptionsgesellschaft bietet viel mehr, als wir je erleben könnten. Wir, die heute um die 30-Jährigen, konnten als erste Generation alles werden und könnten alles sein. Wir müssen uns nur entscheiden. &lt;em&gt;Nur&lt;/em&gt; entscheiden müssen wir uns. Und diese Entscheidungen wollen durchdacht werden, denn bereuen will man nichts. &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Denken und Reflektieren lernen wir heute von klein auf. Wir müssen von jeher mit Entscheidungen leben und erleben, wie mit ihnen gerungen wird. Tante Kathrin schenkte Plastik und Tante Heide immer Holzspielzeug. Wir mussten aufs Gymnasium oder auf die Realschule. Wir lernten Französisch, Englisch oder Latein. Wir konnten ins Ausland gehen oder schnell ein 1er Abitur machen. Und irgendwann, irgendwie mussten wir uns auch noch selber finden, zwischen Abitur und den drei Jahren Berufserfahrung, die man nach dem Studium mit 24 aufweisen sollte. Das ist eine harte Aufgabe. Ein Bauchgefühl entwickeln und eine Persönlichkeit aus sich herauszufinden, trotz des Grundrauschens, das uns ständig umgibt. &lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/maennergefuehle-es-geht-um-echtheit-11597137.html" target="_blank"&gt;&lt;span class="s1"&gt;Eine komplexe Gefühlswelt erforscht man nicht in 20 Lebensjahren&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;, und den Umgang mit ihr zu erlernen, bedarf seiner Zeit. Und wenn man sich finden will, dann muss man erstmal suchen. Und das sieht, auch wenn sich mancher und manche das offensichtlich sehr wünscht, selten immer cool, selbstbewusst und stark aus. &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Und diesen Findungsprozess, der sicher auch mit Zweifeln oder zumindest damit zu tun hat, sich zu hinterfragen, den machen heute Frauen &lt;em&gt;wie&lt;/em&gt; Männer durch. &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Deshalb stehen wir &lt;em&gt;zusammen&lt;/em&gt; bei Konzerten von Bon Iver und genießen es, wie der Mann auf der Bühne gerade sein Herz auf derselben ausschüttet. Und deshalb stehen auch Männer sich heute bei der Karriere mitunter selbst im Weg, wenn sie Aufgaben nicht selbstverständlich an sich reißen, weil sie sich diese nicht automatisch zutrauen. Und deshalb fragen sich zunehmend auch Männer, welche Rolle sie in einer Familie einnehmen wollen und wie diese mit dem Beruf vereinbar ist.&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Frauen und Männer stehen da gemeinsam, weshalb sie vieles auch gemeinsam angehen sollten. &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Und wohin uns das alles führen kann, schreibt Nina Pauer leider gar nicht. Sie schreibt nichts davon, dass das Reflektieren und die Entwicklung zu einem selbstsicheren, emotional kompetenten Wesen Spaß macht. Wünschenswert wäre, wenn es nicht eine Frage des Geschlechts ist, Lebensziele zu finden, die sehr einfach sind, dass man “lachen will an den richtigen Stellen” und gern geben will was man “zu geben vermag. Davon schreibt sie nichts.&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Ich bin nun auch noch auf zwei weitere Repliken gestoßen: &lt;br/&gt;&lt;a href="http://flannelapparel.blogspot.com/2012/01/starke-schmerzen.html" title="Kommentar Schmerzensmänner" target="_blank"&gt;@fraeulein_Tessa&lt;/a&gt; sowie &lt;a href="http://ktinka.de/2012/01/re-die-schmerzensmanner-ein-kommentar/" title="Replik Schmerzensmänner" target="_blank"&gt;@owlshowl&lt;/a&gt; in ihren Blogs! &lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/15840086890</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/15840086890</guid><pubDate>Sat, 14 Jan 2012 14:34:00 -0500</pubDate><category>Konvergenz Feminismus</category><category>Feminismus</category><category>Konvergenz</category><category>Schmerzensmänner</category></item><item><title>Sie frisst alles</title><description>&lt;p&gt;&lt;p class="p1"&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lw8sxvJUdK1qzxh93.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;Wo man nicht zu sprechen wagt, in dunklen Ecken nistet sie sich ein und wartet und wartet. Wartet auf Momente in denen Knie weich werden, das Leben Striche durch Rechnungen macht. Wenn die Welt  ins Wanken kommt, beginnt sie zu wachsen. Still nährt sie sich von Dunkelheit und Schweigen, von Unausgesprochenem, von Scham und Not. Je mehr Ruhe sie hat, desto besser gedeiht sie, breitet sich aus, gewinnt an Macht. Frei von Umsicht nutzt sie jeden Raum,  drängt in jeden Winkel, ist irgendwann überall. Dann bleibt nichts frei; nur Angst bestimmt. Nur Not noch, überall. Sie herrscht allein, furchtbar, diktiert Gedanken und legt sich über noch so schöne Eindrücke. Sie ist dann immer da und befiehlt über, Denken, Fühlen, Leben. Jeder Schritt scheint wie von Felsen gebremst, jedes Gefühl verklebt vom dunklen Hemmschuh ungesagter Not. &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Die Macht nimmt nur der direkte Blick in ihr Gesicht, die Aussprache ihrer Anwesenheit entzieht ihr Kraft. Ein Fingerzeig auf ihre Existenz, der hält sie klein und zahm. Dann ist sie wichtig, warnt; dient still ruhend.    &lt;/p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/14258206626</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/14258206626</guid><pubDate>Thu, 15 Dec 2011 06:22:59 -0500</pubDate><category>Gehirnstrom</category><category>Gedanken</category><category>Emotext</category></item><item><title>Wir sind alle Mutanten</title><description>&lt;p&gt;&lt;iframe frameborder="0" height="284" src="http://www.youtube.com/embed/hq24SxmMcfY" width="500"&gt; &amp;amp;amp;amp;lt;p&amp;amp;amp;amp;gt;&amp;amp;amp;amp;lt;br /&amp;amp;amp;amp;gt;&amp;amp;amp;amp;lt;/p&amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;lt;p&amp;amp;amp;amp;gt;&amp;amp;amp;amp;lt;br /&amp;amp;amp;amp;gt;&amp;amp;amp;amp;lt;/p&amp;amp;amp;amp;gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind die, die verstanden haben, dass das Netz eine große Chance ist, dass es uns verbindet und dass es überall ist und dass das gut so ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind die, die begriffen haben, dass man sich gegen das Netz nicht wehren kann, denn es ist da, überall. Wir können es nur nutzen, klug und engagiert. Unterdrücken kann man es nur mit Gewalt und Gewalt lehnen wir ab.&lt;br/&gt;Wir sind die, die den Anderen immer wieder zu erklären versuchen, dass das Netz gut ist, dass es eine Chance ist, für uns alle. Wir sind die, die die Anderen dafür gewinnen wollen, mit dem Netz Bildung zu vereinfachen, medizinische Betreuung zu verbessern und wir wollen helfen mit dem Internet Kontakte zu knüpfen. &lt;br/&gt;Aber wir sind auch die, die immer wieder Scheitern. Weil die Menschheit Angst vor dieser Neuerung hat. Sie befürchten es könnte sie durchleuchten, das Netz oder es könnte sie terrorisieren oder dabei helfen es zu tun oder sie könnten die Kontrolle verlieren, über das Leben oder ihren Beruf oder ihren Staat.&lt;br/&gt;Wir sind so wie die X-Men der Gesellschaft. Nur eben nicht mit Mutanten, sondern mit dem Internet, nicht in einem Comic, sondern in echt. &lt;br/&gt;Wir werben friedlich für die Aufgeschlossenheit, die man neuen Dingen entgegenbringen muss. Wir lehnen, so verlockend das manchmal sein mag, Arroganz ab, weil Arroganz Gräben schlägt wo wir Brücken brauchen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir wissen, dass das Internet gewinnen wird, weil es ohnehin schon überall ist. Aber wir wollen, dass alle mitmachen, weil es besser ist, wenn alle mitmachen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &lt;a href="http://twitpic.com/7p9lz2" target="_blank"&gt;Häme und Arroganz und Wut &lt;/a&gt;Vieler, die die Entwicklung ebenfalls sehen, ist verständlich. Sie sind enttäuscht und sie wissen auch, dass das Netz gewinnen wird. &lt;br/&gt;Aber Wut ist uns kein soziales, demokratisches und legitimes Handlungsmotiv. Wut wäre viel zu einfach. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind die X-Men des Internet, wir werden weiter für das Verständnis der Menschheit kämpfen. Die Gesellschaft muss begreifen, dass das Netz etwas Wunderbares ist. Wir wollen die Menschheit mitnehmen, sie begeistern, anders geht es gar nicht, in Frieden. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br/&gt;Der hier vorzufindende Pathos ist beabsichtigt.&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/13878679177</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/13878679177</guid><pubDate>Wed, 07 Dec 2011 12:49:00 -0500</pubDate></item><item><title>Lass los?!</title><description>&lt;p&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lvfkjjOlr21qzxh93.jpg"/&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Loslassen. trennen und sortieren! Was erfüllt? was füllt nur? Finden, dass was irgendwas macht und das was etwas &lt;em&gt;mit mir&lt;/em&gt; macht. Suchen, nach Dingen die hängenbleiben und nicht nur kleben. Was bewegt und was beschwert? Will ich hier bleiben oder komme ich hier nur einfach nicht voran? Hat das eine Richtung oder wabert das alles nur? Kann ich trennen? Unterscheiden? Entscheidend ist doch nicht wohin ich gehe, sondern dass es voran geht. Oder soll ich zufrieden sein und bleiben? Macht mich das hier noch glücklich oder ist das nur okay? Ist das okay oder war das einfach immer schon so? Ist okay genug?   Aufstehen? Schwere Gewohnheiten an allen Gliedern. Wie kalt ist es draußen? Kann mir das mal jemand sagen?&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/13503110519</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/13503110519</guid><pubDate>Tue, 29 Nov 2011 11:31:00 -0500</pubDate></item><item><title>Ein bisschen Feminismus für alle.</title><description>&lt;p&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lug6y2SQLg1qzxh93.png"/&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Je mehr ich über aktuelle feministische Initiativen und Veranstaltungen lese und deren Ergebnisse wahrnehme, desto mehr bekomme ich den Eindruck, dass sich dort vielfach Bedürfnisse und Anliegen versammeln, die  nicht mit der Frage des Geschlechts zusammenhängen. Vielmehr scheinen Frauen hier einem Bedürfnis Ausdruck zu verleihen, das viele weitere Teile der Bevölkerung betrifft. &lt;br/&gt; Vielleicht sind Frauen sensibler für das, worunter viele – Frauen wie auch Männer – leiden. Vielleicht weil Frauen den gesellschaftlichen Druck, sich zwischen Familie, Arbeit und Selbstverwirklichung zu bewegen, als erstes und noch heute am deutlichsten spüren. Aber Fragen wie: &lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;span&gt; Muss ich mich kaputt arbeiten, um meinen Träumen näher zu kommen und gleichzeitig gesellschaftlichen Anforderungen zu entsprechen? &lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;span&gt; Wie viel Besinnung und Muße darf man sich gönnen? &lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;span&gt; Was ist ein Lebensgefühl? &lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;span&gt; Was bringt mich weiter und wo ist weiter eigentlich? &lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt; Das sind Fragen, die heute nicht mehr nur Mädchen und Frauen beschäftigen. Vielmehr bin ich davon überzeugt, dass diese und andere Fragen zunehmend auch Männer umtreiben.  &lt;br/&gt; Was für Handlungsoptionen ergeben sich daraus: &lt;br/&gt; Erstens: Männer sollten zuhören und lernen. Und uns Fragen, ob die hier formulierten Wünsche nicht auch ihre Wünsche sind.&lt;br/&gt; Zweitens: Frauen und Männer sollten aufeinander zugehen, sich einladen und Koalitionen schmieden. Damit wir gemeinsam Ideen von besserer Arbeit und mehr Leben und Familie verwirklichen können.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; Und wenn wir dann ein bisschen feministischer werden. Dann müssen wir, die Männer, damit leben lernen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span&gt;Foto: under CC by &lt;a title="Link Flickr" target="_blank" href="http://www.flickr.com/photos/wiccked/133164205/sizes/z/in/photostream/"&gt;wicced&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/12598276712</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/12598276712</guid><pubDate>Thu, 10 Nov 2011 09:02:03 -0500</pubDate></item><item><title>Überholtspur</title><description>&lt;p&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_ltfb8oDB0E1qzxh93.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;Lass locker. Hier gibt es heute nichts mehr zu gewinnen. Tritt einen Schritt zurück. Lass die anderen vorbei; mach das mal wenigstens heute. Du startest heute nicht mehr durch. Aber mach weiter, immer weiter mit dem woran Du glaubst. Deine Ziele sind nicht die von Tausenden, sondern Wünsche eines einzelnen. Daran glauben tust erstmal nur Du und später die, die Du  von Dir überzeugt hast. Du trittst in keine Fußstapfen. Du kannst keinen Schritten folgen. Heute bist Du Deines Weges müde. Umso mehr, da Du die anderen auf der Straße siehst wie sie Dich überholen. Aber das ist ihr Weg. Dein Weg ist mein Dein und weder ich noch Du weißt ob Du da irgendwo das Glück findest. Aber wenn ein Pfad zu Deinem führt, dann Dein eigener.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Foto auf Flickr Mathew Wilkinson&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/11734887467</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/11734887467</guid><pubDate>Fri, 21 Oct 2011 12:03:00 -0400</pubDate><category>Gehirnstrom</category><category>Aggro</category><category>Relax</category><category>Denken</category></item><item><title>Wieso, weshalb warum... wer nicht richtig fragt bleibt dumm!</title><description>&lt;p&gt;&lt;p class="p1"&gt;&lt;strong&gt;Frage:&lt;/strong&gt; Warum haben Wenige zu viel und immer mehr zu wenig?&lt;br/&gt;&lt;strong&gt;Antwort:&lt;/strong&gt; Das ist ja so, dass das gewachsene Strukturen sind. Dieses Verhältnis werden wir nicht so einfach auflösen können, da müssen wir sukzessive Maßnahmen entwickeln und die Stukturen genau betrachten.&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;So oder so ähnlich klingen Politikerinterviews heute oft: Eine gute Frage gefolgt von einer Aussage, die zu kurz greift, um etwas zu sein, was einer Antwort auch nur nahe käme. Nebulös und gallertartig wird jedes Durchscheinen einer Haltung vermieden, die man hinterfragen könnte oder rechtfertigen müsste.  &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Politik unterliegt dem Paradigma der schnellen Antwort. Ein Politiker, der bei Anne will sitzt, darf nicht sagen: “Das weiß ich nicht”. Und weil ein Politiker heute am Tag ca. 30 Antworten auf Fragen geben muss , die sich zwischen den Themen Gesundheitsversicherung und Straßenbau in Oberschwenningen bewegen, können die Antworten gedanklich wohl nicht weiter fassen als der Arm reicht. &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Aber das was dann rauskommt. Das ist eben keine Antwort, es hinterlässt unbefriedigt. Es ist, als würde man sich mich mit Hunger und Appetit an den Tisch setzen und dann einen  Batzen Mumpe vorgesetzt bekommen: Es schmeckt irgendwie, füllt den Magen mit irgendwas und nach zwei Stunden hat man wieder Hunger.&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Politik muss das Denken wieder lernen, dass denken an die Geschichte, mit der man erzählt, wofür man Vertrauen möchte. Und Politiker müssen das Sprechen wieder lernen, das sprechen einer nicht gallertartigen Sprache. Das nutzen einer Sprache, die ehrlich benennt und begreiflich macht, was man will. &lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Aber dazu müssen Politiker sich die Frage beantworten, was sie wollen. Die Antwort werden sie nicht in zwei Minuten finden.&lt;/p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/11285674995</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/11285674995</guid><pubDate>Mon, 10 Oct 2011 16:41:00 -0400</pubDate><category>Politik</category><category>Meinung</category><category>Haltung</category><category>Krise</category></item><item><title>Wachst Du manchmal auf?</title><description>&lt;p&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lsr894kHHQ1qzxh93.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Funktionierst Du oder mehr? Wachst Du manchmal auf und hast Angst das Träumen zu vergessen? Hörst Du das sonore Summen im Alltag nicht mehr? Die Wärme, die sich ausbreitet, wenn der Sessel sich an Deinen Rücken schmiegt; kannst Du Dich daran noch erinnern? Weißt Du wie es ist, wenn nichts an Dir zieht? Brennen Deine Augen abends? Schmerzt Dir die Hand vom Schieben der Dateien? Drück das ganze Zeug in Deinem Kopf, weil es da unsortiert herumliegt? Den ganzen Tag Eindrücke auf der Netzhaut, 10 Stunden lang Buchstaben sehen und Gedanken in Text Text machen? Kennst Du Ruhe noch? Nimmst Du Wärme noch wahr, wenn Dir jemand welche schenkt? Kann man sein Herz vergessen? Fast Du Dir manchmal an die Stelle wo es ist?&lt;br/&gt;Foto: auf Flickr cc by learpel &lt;br/&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/11184321360</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/11184321360</guid><pubDate>Sat, 08 Oct 2011 11:56:01 -0400</pubDate></item><item><title>Fliehkräfte </title><description>&lt;p&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lq4cinAuWd1qzxh93.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;Da wo dem Anschein nach oben ist, reproduziert sich eine gut gebildete Elite zunehmend selbst. Man ist 12 bis 16 Stunden täglich mit der Anhäufung von materiellen und postmateriellen Gütern beschäftigt. Ackert und rackert, buckelt und rödelt -natürlich auf hohem Niveau-, man flitzt hin und her zwischen Bahn- und Flughafen, zwischen Berlin, Köln, London oder gar New York.&lt;br/&gt;Diese bestens gebildeten Menschen leiden am oberen Ende des gemeinschaftlich erarbeiteten Wohlstands an ihrem vermeintlich überprivilegierten Leben und versuchen irgendwie höher und höher zu kommen, immer in der Hoffnung die Fliehkräfte des Karrierekarussells mögen sie verschonen und nicht abwerfen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am Boden der Tatsachen wird die Zahl der Menschen, die scheinbar abgehängt und zunehmend chancenlos, ihre Köpfe in den Nacken legen und die Nasen gen Aufstieg recken, immer größer. Staunend schaut man hinauf und versucht zu erkennen, was über den eigenen Häuptern gerade vor sich geht. Lange Zeit waren es bewundernde, von   Neid und Sehnsucht gefüllte Blicke, die man da nach oben warf. Man hoffte und strebte danach irgendwie den Absprung zu schaffen und auch einsteigen zu dürfen, in den vermeintlichen Aufstieg, den sozialen, oder persönlichen oder materiellen. „Reck Dich und streck Dich, dann darfst Du mitmachen und teilnehmen!“ So lautete das Versprechen, dass unsere Gesellschaft einem jeden mit in die Wiege legte. Und so bemühte man sich , man rannte und keuchte, as und schlief, kackte und funktionierte, immer den Blick auf ein besseres Leben gerichtet, dass da kommen sollte, wenn man weit genug komme.  &lt;br/&gt;Das Karussell drehte sich und dann und wann hörte man von jemandem, der es geschafft hatte, den Aufstieg und den Absprung vom Boden. Von jemandem der eine echte Karriere machte, der nun ein besseres Leben lebte.&lt;br/&gt;Aber heute scheint das Versprechen vom Aufstieg gebrochen!&lt;br/&gt;Es rumort am Boden: In London und an den Börsen und in Griechenland. Das Karussell dreht sich schneller und höher denn je. Am Boden macht das Gerücht die Runde, dass man da kaum noch reinkommt, dass es nur noch wenige schaffen. Es scheint, als sei der Absprung in den Aufstieg schwerer - vielen vielleicht zu schwer- vielleicht sogar unmöglich geworden.&lt;br/&gt;Haben die, die letzte Woche durch London zogen und wahllos plünderten, vielleicht das Gefühl, dass sie keine Chancen mehr haben, dass sie liegengeblieben sind, einfach übrig,  dass das „System“ sie abgehängt hat und sie niemand mehr braucht? Klingt in klirrenden Scheiben vielleicht der Schrei nach einem &amp;#8220;Wir sind auch noch hier!&amp;#8221; &amp;#8220;Was ist mit unserem Leben?&amp;#8221; mit?&lt;br/&gt;Diese Gewalt kann man nicht legitimieren! Aber wo sie aufkommt, muss man fragen, wo sie herkommt? Sind die Fliehkräfte, die vom Motor der Effizienz und des Leistungsdrucks erzeugt werden, vielleicht zu groß geworden? Dreht sich das Karussell zu schnell? Geht unseren globalisierten Gesellschaften die Idee der Gemeinschaft verloren? Wissen die Menschen vielleicht nicht mehr warum sie um sechs Uhr in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit sitzen? Schätzt die Gemeinschaft ihre Leistung nicht mehr wert? Erkennen sie sich nicht mehr in dem wieder, was mit ihnen und um sie herum passiert?&lt;br/&gt;Bieten sich genug Chancen auf ein eigenes Leben?&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; Foto under CC by &lt;a title="Link zu Flickr" target="_blank" href="http://www.flickr.com/photos/beaconradio/6016781369/sizes/m/in/photostream/"&gt;beacon radion on Flickr&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/9075675929</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/9075675929</guid><pubDate>Thu, 18 Aug 2011 06:17:13 -0400</pubDate><category>england</category><category>Riots</category><category>Aufruhr</category><category>Umbruch</category><category>Gesellschaft</category><category>Gehirnstrom</category></item><item><title> Vorwärts? In welche Richtung </title><description>&lt;p&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lq1j1fcCYC1qzxh93.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;Im Zug, das&lt;a title="Interview Zeit-Magazin" target="_blank" href="http://www.zeit.de/2011/32/Fussball-BVB-Dortmund"&gt; Zeit-Magazin vor mir, lese ich ein Interview&lt;/a&gt; mit den Dortmunder Fußballprofis Marcel Schmelzer, Mats Hummels und  Mario Götze. Alle gehören zur Generation der jungen, vermeintlich  gebildeten, eloquenten profi Profis, die auch nach 90 Minuten Kampf für  die Mannschaft und Sieg noch fünf druckreife Sätze voreinander bringen.  Sie fallen nicht negativ auf, trinken wohl eher alkoholfreies Bier und  essen Nudeln, statt Pilsener und Kartoffelchips in sich hineinzustopfen.   Sie sind frei von Skandalen, echte Vorbilder. In dem Interview erklären  die Youngsters, wie schwer es sei, ständig beobachtet zu werden, wie  hart  das Leben als Profi sei und wie schwer die Bürde, ständig als Vorbild  gesehen zu werden. Nebenbei sei bemerkt, dass ihre Sätze etwas  weinerlich wirken aus den Mündern von Männern, die im Jahr zwischen 1  und 4 Millionen Euro verdienen und ihr Hobby zum Beruf gemacht haben  (auch wenn man verstehen kann, dass ein 22-Jähriger manchmal was anderes  machen möchte, als samstags um 8 Uhr aufzustehen, um sich  warmzulaufen). Insgesamt klingen die Sätze, die Hummels, Schmelzer und  Götze  da von sich geben, gelernt, sie scheinen geschliffen und ihre Sprache  trainiert. Erprobt darin, nichts Falsches zu sagen, nichts, das ihnen  negativ ausgelegt werden könnte. Alles ist irgendwie trainiert und  glatt, flüssig, technisch perfekt und effizient. Nur Charakter scheint  da kaum durch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Persönlich werfe ich solch jungen Spielern ihre  Haltung oder vielmehr ihre fehlende Haltung nicht vor. Ich glaube  vielmehr, dass sie damit exemplarisch dafür stehen, wie man sich heute  junge Menschen wünscht - nicht nur im Sport. Angepasst, immer bedacht  und zielstrebig. Das finde ich bedenkenswert! Überall werden diese  Spieler als Vorbilder postuliert. „Der Hummels, das ist einer, an dem  kann man sich ein Beispiel nehmen!” Und schon im Sport, wo das  Leistungsprinzip wie nirgends sonst beheimatet ist, weckt diese  Angepasstheit und die glatte Zielstrebigkeit mein Misstrauen. Mir   ist klar, dass ein Verband oder Verein oder Berater Spieler ohne eigene  Haltung lieber sieht. Sie sollen am Samstag Fußball spielen. Sie sollen  Montag bei Beckmann sitzen und sagen, dass es nicht einfach ist,  während  des Fußballeralltags Abi zu machen. Sie sollen freundlich und  grundsympathisch aus dem Nutella-Spot lächeln. Sie sollen fleißg  trainieren und ihre modisch frisierten Köpfchen nach den Spielen in die  Kameras halten und sagen, dass sie kaputt sind und gekämpft haben und  glücklich sind oder traurig auch und vor allem für die Mannschaft. Sie  sollen alle zwei oder drei Jahre einen besseren, weil lukrativeren,  marktwertsteigernden Vertrag unterschreiben und sich bei  alledem „vorbildlich” ernähren, damit ihr Körper, der ja schließlich ihr  Kapital  ist, das Spiel noch 10 oder 15 Jahre mitmacht. &lt;br/&gt;So funktioniert  Leistungs- bzw. Profisport. Die Hummels und Schmelzers und Götzes  dieser Welt machen das seit ihrem 15. oder 13. oder 6. Lebensjahr so,  denn sie wollten irgendwann bei Dortmund oder Bayern oder Paris oder  Barcelona oder London spielen und oder viel Geld verdienen, und da muss  man sich früh genau überlegen, was man tut und was man lässt. Das System  ist knallhart: Wer sich verletzt, der bleibt hängen! Wer sich mit dem  Trainer anlegt, fliegt raus! Wer besoffen im Internet steht, wird nicht  nummeriert!&lt;br/&gt;Und das, was Hummels und Schmelzer im großen  Fußballgeschäft sind, das sind Lukas und Lisa im normalen  Bildungsalltag. Auf Facebook sollte Lukas lieber nicht der Attac-Gruppe  beitreten, sein Arbeitgeber könnte das missverstehen. Und Lisa  engagiert sich zwar für Robben, das finden ihre Eltern super, sie hat  auch eine Otterpatenschaft, aber darum muss sie ja nicht gleich zur  Protestaktion vor dem Kürschner rennen. Um zur Demo gegen  Studiengebühren zu gehen, haben beide leider keine Zeit: „Voll schade,  aber die nächste Prüfung steht an, und Studieren ist so teuer geworden,  dass man sich beeilen muss.” Die Bilder von der Abiparty, wo Lukas nackt  in den See gesprungen ist, hat er von der eigenen Kamera gelöscht und  hofft, dass sie niemand irgendwo postet.&lt;br/&gt;Man muss halt sehen, dass  man vorankommt, weil man ja ein Stipendium bekommen muss, denn  irgendwann will man auch in München oder Bologna oder Paris oder Brüssel  oder London oder New York studieren und oder arbeiten. Und oder viel  Geld verdienen und da muss man sich früh genau überlegen, was man tut und  was man lässt.&lt;br/&gt;Diese Umstände werden sicher nicht von Lukas und Lisa  bestimmt. Wenn an jeder Stelle fleißige junge Fußballer von den  Plakatwänden lächeln und als Musterknaben herausgestellt werden, dann  glaubt man das irgendwann. Wenn man seinen Bachelor möglichst mit 22  machen, sechs Monate im Ausland und drei Praktika gemacht haben sollte,  um auf dem Arbeitsmarkt überhaupt eine Chance zu haben, dann glaubt man  das irgendwann. Und dann passt man sich an, strebt und hechelt und  rennt und läuft und hält dabei die Klappe. Und solch strebsame  Charaktere braucht ein Land, ein Unternehmen, eine Gesellschaft oder  eine Gruppe ganz sicher, um vorwärts zu kommen, aber die Richtung, in  die  dieses Vorwärts zeigt, stelle ich in Frage. Mit einer solchen  Lebensweise des „im-System-Funktionierens” findet man sicher viel, nur  eben nicht sich  selbst.&lt;br/&gt;Ich persönlich will mich verlaufen dürfen, will in Fallen  tappen, mir Schrammen oder gar Narben holen, die mich an Fehler  erinnern, die ich nicht mehr machen will. Ich will mich nicht nur  anpassen und funktionieren und widerstandslos durch die Welt gleiten.  Dadurch entwickele ich mich nicht! Gleiten, das hinterlässt keine  Spuren.  &lt;br/&gt;Die Frage, die sich mir nach dem Lesen stellt, ist, ob  Hummels und Schmelzer noch ihr eigenes Leben leben? Oder ist das  irgendeines? Ist das ihre eigene Haltung oder irgendeine, die halt  gerade da war, nahe lag und bequem war? Gehört einem dieses Leben noch?&lt;br/&gt;Foto: under CC by &lt;a title="Profil auf Flickr" target="_blank" href="http://www.flickr.com/photos/24400896@N07/2314014246/sizes/m/in/photostream/"&gt;ehst-tzwen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/9011514400</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/9011514400</guid><pubDate>Tue, 16 Aug 2011 17:50:00 -0400</pubDate><category>Borussia Dortmund</category><category>BVB</category><category>Hummels</category><category>Götze</category><category>Zeit-Magazin</category><category>Schmelzer</category><category>Haltung</category><category>Gesellschaft</category><category>Gehirnstrom</category></item><item><title>Hinter Dir, Du voraus</title><description>&lt;p&gt;Meist, wenn Du Dich umdrehst, dann stehen da Menschen hinter Dir und blicken dich mit großen, von Erwartungen gefüllten Augen an. In ihren Gesichtern Fragezeichen und der Wunsch, Du mögtest ihnen sagen, wie es jetzt weitergeht, ob es weitergeht und wenn ja, in welche Richtung. Sie kleben an Deinen Lippen und senken dann den Blick auf deine Füße, um aus den Spuren, die Du hinterlassen hast, ihre nächsten Schritte zu lesen. Sie verlassen sich auf Dich, weil Du immer zu wissen scheinst, wie es weitergeht. Und Du? Du hast eigentlich einen festen Schritt. Deine Füße suchen nicht lange nach Halt, sie stellen sich meist einfach voreinander, bringen Gewicht auf den Boden und verlassen sich drauf, dass er Dich tragen wird. Manchmal knarrt der Grund unter Deinen Füßen, wenn Du Gewicht darauf bringst, und gelegentlich brichst Du etwas ein, mit dem Fuß oder bis zum Unterschenkel. Du weißt auch nicht immer, wohin es geht, aber meist gehst Du voraus. Unbeirrt machst Du den ersten Schritt, weil einer ihn ja machen muss, den ersten Schritt. Du bist das gewohnt, weil Du schon immer voraus gehen musstest, wenn Du irgendwohin kommen wolltest. Niemand hat Dich zu neuen Ufern getragen oder aus der Stadt oder in ein besseres Leben. Das war immer mit Weg, mit ein bisschen Mut, mit vielen Schritten und einer Messerspitze Kampf - oder auch zweien - verbunden. Und im Grunde ist das auch okay für Dich, weil das bedeutet, dass man selbst dahin gekommen ist, wo man dann ankommt oder Pause macht. Aber manchmal, und vor allem hier und heute, ist es schwer, und es kotzt Dich an, immer vorauszugehen und dahinter die Menschen mit den fragenden Blicken und den hoffnungsvollen Augen zu spüren. Heute würdest Du gerne auf einen Rücken blicken, der vor Dir geht und Dir sichere Fußstapfen bietet. Du würdest gerne jemanden anschauen, wenn er sich umdreht, in der Hoffnung, dass es dann alles etwas leichter wäre, weil jemand voraus geht, weil Du glauben könntest, dass jemand weiß, wo es lang geht. Das wäre ein wenig leichter als das Hier und Jetzt.&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/8740057443</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/8740057443</guid><pubDate>Wed, 10 Aug 2011 13:55:00 -0400</pubDate></item><item><title>Mars oder Snickers? Das reicht nicht! </title><description>&lt;p&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lpi66k9waR1qzxh93.jpg"/&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und was sagt Gott dazu?&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Überall liegt wer in seiner gedanklichen Hängematte und sucht nach einer Ausrede, um ja nicht selbst das Hirn anmachen zu müssen.&lt;br/&gt;Ich finde, es kann nicht sein, dass in unseren Köpfen ein Leistungsmonster steckt und wir es nicht mal aufwecken. Oft schläft das Ding einfach tagelang da oben in seiner Höhle.&lt;br/&gt;An vielen Tagen kreisen Gedanken nur um: Mars oder Snickers!&lt;br/&gt;Oder: haben die Sport1 aus meinem DVB-T genommen&amp;#8230;. das ist aber scheiße, wo kann ich denn jetzt die Snooker WM gucken.&lt;br/&gt;Und dann bewegt sich das Gehirn irgendwann zwischen Fernsehen, der nächsten neuen Hose und  der Frage ob Sky komplett oder doch nur Sport Paket. Und wenn man das dann alles zu Hause hat?&lt;br/&gt;&lt;!-- more --&gt;&lt;br/&gt;Fühlt man sich gut dann gut? Oder gar besser? &lt;br/&gt;Vielleicht für 5 Minuten?  Geht dann alles wieder von vorne los? Und ehe man aufwacht, steckt man sich den Schwanz der eigenen Verdummung täglich selbst in den Hintern. Und das fühlt sich fantastisch an,  vorne und hinten, gleichzeitig!  Und das sogar gegendert! Man macht das politisch korrekt! Denn sich selbst verarschen macht man im Kopf, sich selbst gedanklich penetrieren können Männer und Frauen gleich gut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Was ich früher traurig und heute mehr und mehr frustrierend finde? Menschen trainieren sich geistige Muskeln einfach ab, gezielt aber unbewusst. &lt;br/&gt;Wer sitzt denn schon mal irgendwo und denkt nach! Wo wird denn noch nachgedacht, irgendwas im Kopf zerlegt und gewendet und dann genau betrachtet. Wann verliert man sich denn mal dabei irgendwas begreifen zu wollen, so in allen Facetten.&lt;br/&gt;Wie faszinierend ist der Gedanke, dass man oben in seiner Kammer einen Moment hat, den man noch nie hatte, den vielleicht - das stelle man sich mal vor- noch nie jemand hatte. 106 Milliarden Menschen haben insgesamt  auf der Erde gelebt und es könnte sein, dass noch niemals jemand diesen einen Gedanken gedacht hat, den man da gerade in seiner Kemenate zusammengebastelt hat.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aber das ist umständlich, das erforder Zeit und Muße. Dann muss man so einen Gedanken ja auch noch da raustragen und womöglich formulieren und dann auch noch erklären. Und wahrscheinlich hat Nietzsche oder Marx oder Kant oder Brecht oder Bohlen, also irgendeiner von den berühmten Leute,  das sowieso schon mal gesagt oder mindestens gedacht.&lt;br/&gt;Das interessante und einzig relevante Zitat stammt von Hannah Arendt: &lt;br/&gt;„Denken ohne Geländer“&lt;br/&gt;Einfach mal denken, um den Denkens willen. Denken ist erlaubt und gestattet: Besser einmal zu viel gedacht als einmal zu viel nach schon mal Gedachtem gesucht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Und wenn man denkt, dann kann man fast alles machen. Wenn man denkt, dann ist man frei, viel freier. &lt;br/&gt;Wenn ich denke bevor ich etwas tue, dann kenne ich die Konsequenzen, zumindest die direkten. Dann muss ich viel weniger Angst haben. Wenn man vorausdenkt, dann kann man ahnen was kommt. Dann kann man Antworten auf Fragen finden bevor sie gestellt werden und man kann Argumente auf Erwiderungen finden bevor diese kommen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wenn man denkt, dann macht man Sachen, die man selbst gut findet und unter Umständen nur man selbst. &lt;br/&gt;Dann ist man selbst die wichtigste Instanz seines Handelns. Dann ist man dafür verantwortlich was man tut. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Jaja, aber was sagt denn Gott dazu? Also der Gott, der zu allem was zu sagen hat, der der doch eigentlich die Regeln aufstellen sollte. Der, der das schon regelt!&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Ich glaube Gott, der ist der Erste, der es geil findet, wenn wir unsere Möglichkeiten nutzen.  Wenn wir wirklich nach Gottes Abbild geschaffen wurden, dann freut der sich ein Loch, dass mal irgendein Mensch den mächtigen Motor im Kopf anspringen lässt und mit dem Gas spielt, einfach weil er erkennt, dass er es kann.&lt;br/&gt;Ich bin überzeugt, dass Gott der erste war, der &lt;a title="Brangelina Artikel auf Wikipedia" target="_self" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Brangelina"&gt;Brangelina&lt;/a&gt; beim Poppen zugeguckt hat; einfach weil er es konnte! Und wie er wird sich kaputtgelacht haben wird, wie sie beide vom ganzen Bodystyling so müde und ausgemergelt waren, dass da nix mehr ging.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Was ich sagen will ist. Ich wünsche mir, dass die Rübe angemacht wird, ich meine Jetzt.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;&lt;a title="Link zum Rolling Stone Magazin" target="_blank" href="http://www.rollingstone.de/magazin/features/article98243/Trash-fuer-Millionen-Benjamin-von-Stuckrad-Barre-traf-Christoph-Schlingensief.html"&gt;Schlingensief&lt;/a&gt; hat mal gesagt: Man kann die Leute nur erreichen, wenn man im Flugzeug die Durchsage macht, dass alle Triebwerke ausgefallen sind.  Ich glaube, dass das stimmt. Aber sich auf diese Position zurückzuziehen ist doch recht unergiebig, denn in den 5 min zwischen dem Moment wo den Leuten das Hirn aufgeht und sie ehrlich zu reflektieren beginnen und dem Moment wo die Reste ihrer Köpfe auf dem Ozean als weiße Eiweißmatsche treiben, bleibt nicht viel für Veränderung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Foto: flickr under cc-by &lt;a title="Link zu Flickr" target="_blank" href="http://www.flickr.com/photos/nate/321938695/sizes/m/in/photostream/"&gt;nate steiner&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/8553910226</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/8553910226</guid><pubDate>Sat, 06 Aug 2011 07:11:00 -0400</pubDate><category>Gehirnstrom</category><category>denken</category><category>Schlingensief</category><category>Kritik</category><category>Gott</category><category>Gesellschaft</category></item><item><title>Schnitt (Taken with instagram)</title><description>&lt;img src="http://24.media.tumblr.com/tumblr_lpewxuwkGS1qzyliso1_500.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;Schnitt (Taken with &lt;a href="http://instagr.am" target="_blank"&gt;instagram&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/8474767378</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/8474767378</guid><pubDate>Thu, 04 Aug 2011 12:39:30 -0400</pubDate></item><item><title>Entschuldigen Sie: Ignoranz ist scheiße</title><description>&lt;p&gt;Ich habe ein Ziel. Einen Grund warum ich das hier mache.  Ich will ein Gefühl und eine Meinung zu dem haben, was ich hier mache. Ich werde nach Hause gehen oder sonst wohin, wo ich mehr oder auch weniger schlafen werde und ich werde das hier finden, gut oder schlecht, vielleicht grandios und himmelhoch jauchzend oder aber absolut ernüchternd. Auf jeden Fall werde ich eine Haltung zu dem Vergangenen haben, wenn auch nicht gleich, dann werde ich so lange meinen schlaflosen Blick an die Decke richten, bis ich eine Haltung gefunden habe zum Gewesenen. Vorher lasse ich mich nicht in Ruhe. Das bin ich mir schuldig. Denn es ist meine Zeit, die ich hier verbringe, dazu keine Haltung zu haben wäre fatal!&lt;!-- more --&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Und ich will dass andere auch eine Haltung, eine Meinung haben zu der Zeit, die ich hier verbrachte. Und wenn Sie nicht gleich eine haben, dann bilden Sie sich gefälligst eine,  mindestens eine. Denn das sind Sie mir dann schuldig, nachher, denn ich gebe hier was von mir. Ich stelle einen Teil von mir hier zur Schau. Und dazu hat man eine Haltung zu haben. Ich will gefallen oder auch nicht. Und auch Sie sind es sich schuldig, denn es ist ihre Zeit die ihr hier verbringt, ohne Haltung dazu, wäre sie nur vertrieben, die Zeit.&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Ich will, dass ich etwas mit Ihnen mache macht und dass man sich von mir behandelt fühlt.&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Nichts, nichts, nichts ist schlimmer als Ignoranz, als egal sein. Gewaschene polierte, blanke Ignoranz ist der Beginn von Menschenverachtung. Nein, sie ist zutiefst Menschenverachtend. Denn sie negiert die Auseinandersetzung mit dem Gegenüber. Keine Meinung zu haben oder die Meinung, die man hat, aus Bequemlichkeit nicht zu äußern, weil man sich davor fürchtet behandelt zu werden, gut oder schlecht, ist der Anfang davon, wo wir aufhören Mensch zu sein. Meinung haben macht uns menschlich. Da hören wir auf funktionierende Figuren zu sein. Da beginnen wir aufrecht zu gehen und bekommen eine Haltung, zu uns, zum Leben, zu unserem Umfeld.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Warum ich mich hier so echauffiere? Weil Ignoranz überall ist und dass lässt in mir die Wut aufsteigen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;span&gt;Warum steht ein Fußballer heute vor einer Fernsehkamera und sagt drei Minuten lang nichts.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;span&gt;Warum geben Politiker Statements ab, die sie so formulieren, dass nichts in unseren Hirnen hängen bleibt.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;span&gt;Warum muss alles verdammt politisch korrekt sein?&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;span&gt;Warum kann ich nicht einfach sagen, dass ich Frauenfußball einfach uninteressant finden!&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p class="p1"&gt;Weil wir in einer Welt leben, in der alles einen zu messenden Wert hat. Wir haben alle einen Marktwert.&lt;br/&gt;Kinder lernen im Kindergarten zwei Sprachen: Weil man ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt steigern will.&lt;br/&gt;Wir essen Dinge, die alle einen Nähr-, oder Vitamin-, oder Brennwert haben.&lt;br/&gt;Wir pflegen Hobbys, bei denen wir irgendwas dazulernen, um  uns auszugleichen, um trotz des Alltagsstresses besser ausgeglichen zu sein.&lt;br/&gt;Wir müssen uns ständig weiterbilden! Wohin denn weiter? Was kommt denn nach weiter? Wer fragt das denn noch?&lt;br/&gt;Wir führen Beziehungen, die uns stets und ständig voranbringen sollen.&lt;br/&gt;Alles ist messbar und alles sollte unseren Marktwert verbessern. Immer müssen wir vorankommen, zu einem Ziel, das niemand von uns je gesehen hat. Niemand!&lt;br/&gt;Und da passt es nicht ins Schema Dinge zu sagen und zu finden und zu meinen, die jemand finden kann, gut oder schlecht.&lt;br/&gt;Aber ich will wenigstens versuchen mehr Meinung zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Denn es sind Meinungen und Haltungen, die uns aneinander stören, die uns aus unserem Trott reißen. Es entstehen Störungen zwischen uns, die zu unserer Entwicklung beitragen. Die dazu führen, dass wir uns aneinander abreiben und uns entwickeln. Störungen, die uns Impulse geben, die uns anstoßen über uns nachzudenken. Und wir dann etwas herauszupulen aus uns, das aber eigentlich längst in uns wohnt.&lt;/p&gt;
&lt;p class="p1"&gt;Es ist so:&lt;br/&gt;Haltung und Meinung trennen Entscheidung von Zustand. Trennen Irgendwas von jemand sein. Und warum ist das wichtig? Warum ist es wichtig „jemand“ statt „irgendjemand“ zu sein? Weil es um Glück gehen muss. Jemand sein ist näher an Glücklich sein als irgendjemand sein!  Denn jemand zu sein, der sich seiner bewusst ist, der zu sich selbst eine Haltung hat, der kann auch Glück finden, nicht irgendeines, sondern sein eigenes Glück!&lt;br/&gt;Aber von Glück spricht heute keine Sau! Niemand!&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wann kommt in der Tagesschau das Wort Glück vor?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Welches Parlament redet davon?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wo findet man in einem Unternehmen Glück?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Glück ist was für Kinder und Spielautomaten und die Bunte, aber kein anerkanntes Lebenskonzept.&lt;br/&gt;Aber Glück, im Sinne von etwas fühlen, etwas dass tief in einem drin, zwischen Magen und Herz, beruhigend etwas surren lässt, das hat keinen Platz, weil es keinen Wert hat.&lt;br/&gt;Bei Glück geht es um Gefühl und das ist zwar beschreibbar, aber nicht messbar. Das kann ich auch nicht gesagt bekommen, dass muss ich finden, für mich allein.&lt;br/&gt;Das bedeutet auch man muss sein Lebensgefühl finden. Aber wer hat denn noch eines, ein gutes Lebensgefühl? &lt;br/&gt;Das Paradigma der Effizienz hat doch zunehmend das verdrängt, was man Lebensgefühl nennt.&lt;br/&gt;Ein Gefühl, dass einem sagt, wann man Hunger hat und worauf, ohne erst zwei Ernährungsratgeber und zehn Kalorienampeln gelesen zu haben. Ein Gefühl, dass mir sagt, dass ich müde bin, ohne dass ich ein Buch darüber gelesen habe wie viele Stunden Schlaf ideal sind, um optimal leistungsfähig zu sein.&lt;br/&gt;Ein Gefühl dafür, dass es manchmal Situationen gibt, die nicht besser sein könnten, dass der Mensch der gerade neben, auf oder in mir liegt jetzt und hier für mich perfekt ist.&lt;br/&gt;Dies alles ist ein Gefühl fürs Leben ein Lebensgefühl und das ist nicht messbar, Lebensgefühl ist unmessbar und unmessbar subjektiv. Da kann ich kein Meter dran legen und keine Uhr nach stellen. Und deshalb macht es die nervös, die alles daran setzen Leben zu verregeln und mit Effizienz zu Kolonialisieren.&lt;br/&gt;Die überall eine kleine Fahne hineinstecken auf der dann steht: „Haben wir auch messbar gemacht!“ Nicht nur Laufwege von Fußballern und Redezeiten im Kanzlerduell können wir genau bestimmen, sondern auch den Härtegrad deines Penisses nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel: Also iss mehr Ananas, dann hast Du eine bessere Ehe! Denn Paare bei denen der Partner ein überdurchschnittlich hartes Glied hat, die sind durchschnittlich 3,6 Jahre länger zusammen!&lt;br/&gt;Ich will, dass hier was von mir hängen bleibt. An mir und am Ihnen oder unseren Gedanken und Meinungen und Haltungen. Das was man macht muss hängen bleiben, denn wenn nichts hängen bliebe, dann wäre es so, als wäre das hier alles nicht passiert. Dann wäre das hier nur egal.&lt;/p&gt;</description><link>http://ungefragte-antworten.de/post/8426278858</link><guid>http://ungefragte-antworten.de/post/8426278858</guid><pubDate>Wed, 03 Aug 2011 09:08:00 -0400</pubDate><category>Gehirnstrom</category><category>Gesellschaft</category><category>Denken</category><category>Haltung</category></item></channel></rss>

